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Aktualisiert am 03.01.2005

Cannes 2002 - 6. Tag

Filme von Cecil B. de Mille, Michail Romm, Mike Leigh, Michael Winterbottom, Olivier Assayas, Manoel de Oliveira, Abbas Kiarostami, Paul Thomas Anderson, Marco Bellocchio und Woody Allen.

21.5.
Hanns-Georg Rodek von der Welt zieht eine Zwischenbilanz und arbeitet sich dabei an Vergangenheit und Zukunft des Kinos ab. Am besten haben ihm zwei Filme des 1939 ausgefallenen Festivals gefallen: Cecil B. de Milles Union Pacific sowie Michail Romms Lenin im Jahr 1918. Da Cannes den Filmemachern die Möglichkeit gibt, die Filme digital zu projizieren, gibt es eine Reihe von höchst unterschiedlichen Digitalwerken, die ihn allerdings nicht so recht überzeugen konnten: "Obwohl Speerspitze der Technik, fallen sie hinter selbstverständliche Kinostandards zurück - und schaden sich selbst. (...) Das ist der Preis des Ausprobierens, das Unausgegorene des Umbruchs."
Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen Zeitung hat Mike Leighs All or Nothing den Episodenfilm Ten Minutes Older und Michael Winterbottoms 24 Hour Party People gesehen, letzterer sei "rasend komisch und brillant". Tobias Kniebe (auch Süddeutsche Zeitung) glaubt zu wissen, warum Regisseure Angst vor Festivals haben: "Was überall anerkannt würde - einfach das tun, was man wirklich kann -, ist hier zu wenig." So geschehen bei den neuen Filmen von Olivier Assayas, Manoel de Oliveira und Abbas Kiarostami. Gut gefallen hat ihm Paul Thomas Andersons Punch-Drunk Love.
In der Frankfurter Rundschau geht's unter anderem um 24 Hour Party People von Winterbottom ("naiv, aber stets mitreißend"), Marco Bellocchios L'Ora di Religione, der die "Überlebensfähigkeit des alten Autorenfilmkonzepts" belege und um Paul Thomas Andersons Punch-Drunk Love, dies ein " berückendes Stück Alltags-Surrealität" und "mit nichts zu vergleichen, was man je gesehen hat". Die Neue Zürcher Zeitung bespricht All or Nothing, Punch-Drunk Love und Bowling for Columbine von Michael Moore, für den Kritiker "erste Höhepunkte" im Wettbewerb. Die NZZ befasst sich außerdem mit Woody Allen und seinem neuen Film.
Weitere Berichte im Spiegel (von heute und gestern).