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Aktualisiert am 03.01.2005

Cannes 2002 - 8. Tag

Filme von Paul Thomas Anderson, Alexander Payne, Alexandre Sokourov, David Cronenberg, Abbas Kiarostami und Aki Kaurismäki.

23.5.
Cristina Nord ( taz) braucht Urlaub. Bei ihr lösen sich mittlerweile schon "Gesten, Motive, Schauplätze und Zeichen aus einem Film und beginnen zu wandern." So entsteht dann ein Vergleich von Andersons Punch-Drunk Love mit Alexander Paynes About Schmidt (mit Jack Nicholson), der uns leider keinen der beiden Filme irgendwie näher bringt. Bei Alexandre Sokourovs Russian Arc hatte sie sich noch besser im Griff: Eine filmische Wanderung durch die Eremitage in einer Einstellung und mit Hunderten von Statisten.
Ja, das Festival zehrt an den Kritikernerven. Tobias Kniebe ( Süddeutsche Zeitung) stellt uns Werner aus Erfurt vor, der im Laufe des Artikels immer mehr wie sein unsichtbarer Freund wirkt, aber wohl real ist. Uns soll's recht sein solange ein informativer Text herausspringt. About Schmidt fand er großartig. Die Geschichte eines Angestellten der nach dem Tod seiner Frau aus seinem tristen Leben auszubrechen versucht, werde von Payne "überzeugender gezeichnet als alles, was man bisher kennt".
Auch Daniel Kothenschulte ( Frankfurter Rundschau) hat gerade keinen Friseur zur Hand und klagt über zu viele tolle Filme an einem Tag, doch erweist sich das als Koketterie. Er kann die Filme durchaus noch auseinanderhalten. About Schmidt fand er auch toll, nur vielleicht ein bißchen lang. Begeistert war er auch von David Cronenbergs Spider. Der Film sei eine "klar argumentierenden klinischen Studie" zum Thema Schizophrenie, "die Cronenberg indes als verrätselte Kafkaeske vor uns arrangiert. (...) Die formale Strenge, ein über weite Strecken dialogfreies Drehbuch, das experimentelle Spiel der Stars (Miranda Richardson ist in drei Rollen zu sehen) und eine unergründliche Filmarchitektur undefinierter Räume beschreiten einen radikalen Weg im Werk des kanadischen Filmemachers." Er schreibt auch ausführlich über Abbas Kiarostamis 10.
Hanns-Georg Rodek von der Welt fand Aki Kaurismäkis Der Mann ohne Vergangenheit herrausragend. Ein Mann wird zsammengeschlgen, stirbt eigentlich steht aber wieder auf und beginnt ein neues Leben. "In anderen Händen hätte das unrealistisch gewirkt oder sentimental, doch die Kaurismäkische Lakonie macht den Mann ohne Vergangenheit zu einem anrührenden, humanistischen, einem großen Werk. Daneben wirken die Anderen wie Monomanen, wenn auch wie zuweilen brillante." Beispielsweise Alexander Sokurow und auch Spider war ihm zu "introspektiv".
Des weiteren finden Sie im Spiegel das Cannes-Tagebuch.