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Aktualisiert am 19.05.2008

Cannes 2008 - 5. Tag

Heute geht es um die Filme von Steven Spielberg, Steve McQueen, Matteo Garrones, Andreas Dresen und Brillante Mendoza.

Cannes 2008 Plakat

Verena Lueken von der FAZ fand Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels von Steven Spielberg gar nicht so schlecht: der Film sei kein Meisterwerk, aber er bereite "von Anfang an sehr viel Spaß in seiner ein wenig gestrigen Anmutung, mit seinen sorgfältig gebauten Retrosets, seiner Selbstironie und den Zitaten aus den vorangegangenen drei Episoden". Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau hat eine "ohne Umschweife unterhaltsame Fortsetzung" gesehen. Wer die "logische Entwicklung" in diesem Film vermisse, habe "etwas nicht verstanden vom Blockbuster-Kino der letzten zwei Jahrzehnte".
Die Erwatungen von Tobias Kniebe von der Süddeutschen Zeitung konnte der Film nicht erfüllen: "Dieses geniale Funkeln, von dem weder Spielberg noch Lucas noch sonst ein Lebewesen weiß, wie man es herstellt, bis es einem dann plötzlich von der Leinwand entgegenblitzt... es fehlt einfach."
Auch Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel und Cristina Nord von der taz äußern sich zu Spielbergs Film.

In einem weiteren Artikel in der Frankfurter Rundschau schreibt Daniel Kothenschulte über Steve McQueens Film: "In seinem beklemmenden Drama über einen Hungerstreik irischer Terroristen, Hunger, überträgt er die Sinnlichkeit seiner hautnahen dokumentarischen Beobachtungen in eine rudimentäre, aber wunderbar gewichtete Spielfilmdramaturgie". Enttäushend sei dagegen Serbis des Philippinen Brillante Mendoza - diese "Soap-Opera über den Familienbetrieb eines Pornokinos" sei "so harmlos wie eine sterilisierte Hauskatze". Es sei "nicht schwer, ein Kino zu einer stimmungsvollen Filmkulisse zu erheben, doch die lieblose Videoarbeit vermittelt nicht einmal ein Gefühl für diesen Spielort". Woody Allen ist mit Vicky Cristina Barcelona sein "schönster Liebesfilm seit Manhattan" gelungen, meint der Kritiker; der Film sei "auf das Angenehmste formelhaft", alles sei vorhersehbar, "aber was ist dagegen zu sagen? Es ist die Vorhersehbarkeit eines Weihnachtsfestes, an dem Santa Claus ausnahmsweise den gesamten Wunschzettel gelesen hat".

Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel bemerkt zu Andreas Dresens Film Wolke 9, er sei ein "unerhört durchdringender Erfolg in der 'Certain Regar'-Reihe", der bei einer "mutigeren Programmierung auch ein Wettbewerbstriumph" hätte sein können. Aber Wolke 9 werde ab dem Spätsommer "lange über die Leinwände schweben".

Für Cristina Nord von der taz ist Matteo Garrones Film Gomorrha "kein Film der lauten Empörung, sondern des kalten Registrierens"; am "frappierendsten" sei die Erkenntnis, "wie wenig Empathie in der Parallelwelt der Camorra möglich ist".