Filmkritik:
Die Geschichte vom weinenden Kamel
D 2003 R: Luigi Falorni, Byambasuren Davaa D: Janchiv Ayurzama, Chimed Ohin, Amgaabazar Gonson Filmwebsite
Halbdokumentarischer Film über ein verstoßenes Kamelfohlen in der Wüste Gobi, das durch Musik wieder mit seiner Mutter vereint wird - so fasst Blickpunkt:Film die Handlung dieses Films zusammen, der vor allem von Menschen und Tieren in der Mongolei erzählt. Er lief mit viel Erfolg auf den Festivals von München und Toronto. Er sei "weit mehr als eine von vielen ethnografischen Betrachtungen", nämlich auch eine "Metapher für die universelle Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit".
Auch Andrea Dittgen vom Filmdienst lobt den FIlm als eines jener "faszinierenden Zwitterwesen, bei denen man vergisst, wo das Dokumentarische endet und das Inszenierte beginnt". Schnell sei der Zuschauer "mittendrin in einer bewegenden, dem Untergang geweihten Welt zwischen Tradition und Moderne". Die "hellen Bilder von einer Landschaft mit spärlicher Vegetation, erfreulicherweise ohne Off-Kommentierung und nur wenigen Dialogen" ließen dem Betrachter Zeit, um "Menschen und Tiere in ihrem langsamen Lebensrhythmus kennen zu lernen". Weil man "nie den Eindruck hat, dass die Familienmitglieder Rollen spielen oder dass die Tiere trainiert sind, wirkt dieser fremde Alltag so glaubwürdig".
"Das alles nur wegen irgendeines neugeborenen Kamels in der mongolischen Wüste?", fragt sich H.G. Pflaum ( Süddeutsche Zeitung), und meint dann, "genau darin" bestehe die Leistung der beiden Filmemacher, "egal, wie entscheidend die inszenatorischen Eingriffe und vor allem die Montage waren: Es gelingt Byambasuren Davaa und Luigi Falorni, diese Geschichte so sensibel, intensiv und mit solcher Nähe zu erzählen, dass sie in keinem Moment als angestrengtes Gleichnis daherkommt, sondern ganz unmittelbar den Nerv des Zuschauers trifft."
Kerstin Decker ( Tagesspiegel) meint, der Film enthalte "viele Filme in einem". Er sei ein großer Liebesfilm und außerdem ein Sozialreport aus der Mongolei nach der ' Wende'. Und es sei unmöglich, all diese "Teil- Filme wieder voneinander zu trennen, ohne sie zu zerstören." Doch zuallererst sei Die Geschichte vom weinenden Kamel natürlich eine Einführung in die Kamelkunde".
Christoph Egger von der Neuen Zürcher Zeitung lobt die "unaufdringliche Inszenierung" und einige "gelungene Bildeinfälle". Desweiteren erzählt er den Film in überraschender Ausführlichkeit nach.
Harald Peters von der taz attestiert dem FIlm den "unwiderstehlichen Charme einer glücklichen und wunderbar beiläufigen Beobachtung: Man guckt und guckt, ohne eigentlich zu wissen warum, bis sich aus dem Gesehenen eine Handlung herausschält, die sich als eine herzerweichende Geschichte entpuppt". Erzählt werde in "angenehm schlichten Bildern", es werde auch "nicht viel geredet, man muss einfach nur hinsehen und staunen".
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround, Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch
• Bildformat: 16:9, 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 87 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 17. November 2004
• Produktion: 2003
Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem
Cinema-Kinotimer



























