Die Filmstarts vom 16. Dezember 2004
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Aktualisiert am 19.10.2005
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Filmkritik:

Ocean's Twelve

Ocean's Twelve

USA 2004 R: Steven Soderbergh D: George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon, Catherine Zeta-Jones, Bernie Mac, Andy Garcia, Don Cheadle, Julia Roberts, Casey Affleck, Vincent Cassel Filmwebsite
Das Starensemble im Gaunergewande trifft sich diesmal, um einen Coup in Rom, Paris und Amsterdam durchzuführen. Klingt dramaturgisch schwierig, aber Blickpunkt:Film schreibt, es handele sich um "eine weitere stylishe, lässige Krimikomödie". Dabei sei der Ocean's Twelve "filmisch ziemlich gewagt, weil doch eher anspruchsvoll und intellektuell, wenn die (...) Kamera beispielsweise zwei Figuren fixiert, aber zwei andere Charaktere sich miteinander unterhalten, aber doch nie selbstgefällig oder blasiert." Kurz, hier ist man begeistert.
Susan Vahabzadeh von der Süddeutsche Zeitung gibt zwar zu, man müsse schon ein bisschen Milde aufbringen: "Das Drehbuch gibt den Figuren wenig Raum, sie werden kreuz und quer durch Europa und den Plot gehetzt und bleiben dabei auf der Strecke." Aber sie fand den Film "cool", und meistens hat ihr auch die Ironie gefallen. Man betrachte den Film am besten nach der Devise "einfach weiterschauen, nichts erwarten und sich überraschen lassen. Alles ist nur ein Spiel, und wer immer verliert, wir gewinnen."
Christian Schröder vom Tagesspiegel schreibt, die Handlung sei "hanebüchen" und die Abenteuer würden immer "absurder", aber das Ganze sei "ein großer Spaß" voller Ironie mit Dialogen, die " die Qualität von Standup-Ein- und Zweizeilern" haben.
Andreas Kilb von der FAZ schreibt ausführlich über Steven Soderberghs bisherige Karriere. Bei Ocean's Twelve liege der "Schleier der Resignation über allen Bildern dieses Films": Soderbergh wolle "das Kino nicht mehr neu erfinden. Er möchte nur durchkommen mit dem, was ihn interessiert". Die Resignation zeige sich gerade in "den Flottheiten, den Finten, den gelungenen Pointen dieses Films (...). Soderbergh kennt alle Kinotricks, aber er will gar nicht unbedingt, daß wir darauf hereinfallen. Wir sollen sie nur bewundern."
Cristina Nord von der taz hat der Film sehr gut gefallen: "Kameraführung, Lichtsetzung und Schnitt gehen eine abwechslungsreiche Verbindung ein, bei keiner Sequenz gewinnt man den Eindruck, sie sei vorhersehbar oder folge einer mechanischen Logik." Ihr gefiel auch der Kniff die Geschichte nicht chronologisch zu erzählen, wodurch es zunächst so aussehe als gelinge den Gangstern gar nichts: "So ist Ocean's Twelve zunächst einmal eine Komödie des Missgeschicks, und der coole Glanz der Figuren bricht sich an ihrem Scheitern."
Peter Zander von der Welt weist anhand von sechs Punkten nach, dass Soderbergh sich auf dem schwierigen Feld der Fortsetzungen recht gut geschlagen hat. Zwar habe der Film "nicht mehr die Geschlossenheit und bei weitem nicht die Lässigkeit und Eleganz von Ocean's Eleven, aber Soderbergh will sie auch gar nicht imitieren, sondern sucht etwas Neues. Das allein ist sympathisch."
Michael Kohler von der Frankfurter Rundschau schreibt, Soderberghs Versuch, sich bei der Fortsetzung selbst zu übertrumpfen, sei ein Grund für sein Scheitern: Denn "wie übertrumpft man einen Film, der selbst nichts anderes zelebriert als den eigenen Triumph?" Kohler glaubt, "mit Figuren aus Fleisch und Blut und dramatischen Konflikten an Stelle dramaturgischer Winkelzüge wäre aus Ocean's Twelve der bessere Film geworden." Doch so quälten sich "unkonzentriert(e)" Schauspieler mit einem "dünnen Drehbuch", faden Witzen und ausgefransten Handlungssträngen herum.
Andreas Maurer von der Neuen Zürcher Zeitung schreibt mäßig begeistert: "Die Dutzendgeschichte könnte einem gestohlen bleiben, zumal Soderbergh und sein Team so tun, als gebe es kein Drehbuch." Doch ab und zu "blitzen Momente auf (...), die ein seltenes Gefühl hervorrufen: Diese meist eiskalt die Gage kassierenden Hollywoodstars scheinen ihren Job tatsächlich zu geniessen!" (Welch wichtige Erkenntnis!)
Wolfgang Höbel vom Spiegel mochte den Film nicht, ahnt aber dass es aber nicht viel bringt daran rumzumäkeln: "Es ist verboten und miesepetrig, so lautet eine alte Kritikerregel, Fortsetzungsfilme zu geißeln als Verdünnung und Schändung jenes Films, den sie variieren. In diesem Fall muss man sich da stark zusammenreißen - und versuchen, sich zu freuen an der großartigen Musik", die einen weitaus besseren Film begleiten könnte.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Hebräisch, Arabisch
• Dolby, Surround Sound
• Laufzeit: 120 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 12. April 2005
• Produktion: 2004

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