Filmkritik:
Das Omen
(The Omen) USA 2006 R: John Moore D: Seamus Davey-Fitzpatrick, Liev Schreiber, Julia Stiles, Mia Farrow, David Thewlis, Nikki Amuka-Bird, Reggie Austin Filmwebsite
Der US-Botschafter Robert Thorn und seine Frau Katherine adoptieren das Baby Damien, dessen Mutter bei der Geburt verstorben ist. Sie ahnen nicht, dass Damien der Sohn des Satans ist und die Weltherrschaft anstrebt. Dann aber häufen sich in ihrer Umgebung seltsame Todesfälle.
Blickpunkt:Film sah ein "effektives und sehr werkgetreues Remake" des Horrorklassikers von 1976. Die Geschichte werde "praktisch auf die Einstellung genau kopiert", die "sporadischen Schockmomente" wirkten "kalt kalkuliert und funktionieren genau deshalb auf den Punkt". Die ganze Produktion sei "strahlend schön designt", im Gegensatz zu "90 Prozent aller modernen Horrorproduktionen" spiele Das Omen "gern im Hellen" und werde nicht durch "experimentelle Schnittmontage verkrüppelt".
Jens Hinrichsen vom Filmdienst gefiel der Film besser als das Original, weil die Unheilsgeschichte "hier flüssiger erzählt, die Handlung in finsterschönere Bilder transponiert wird, weil sich das Unheilsgeschehen in verschachtelt-klaustrophobischen Locations zuträgt". Ein weiteres "großes Plus" sei die "durchweg überzeugende Besetzung".
Auch Sascha Westphal von der Welt vergleicht die Neuauflage mit Richard Donners Original: "Die Kälte und Distanz, mit denen Donner den Tod seiner Charaktere als ganz und gar mechanisches Spektakel inszeniert hat, weichen hier stiller Verzweiflung". Das Remake folge seinem Vorgänger "beinahe Szene um Szene", und doch "könnten beide Filme kaum unterschiedlicher sein". John Moore erweise sich "als der wohl brillanteste Zeitkommentator unter den amerikanischen Genrefilmern".
Moores Remake setzte vor allem auf "(auditive) Schockeffekte, augenzwinkernde Referenzen an die Filmgeschichte (...) und nicht zuletzt auch auf eine in den Farben Rot und Schwarz dramatisch drapierte Ästhetik des Todes", schreibt Alexandra Stäheli in der NZZ. Sie fand es schade, dass "der Satansbraten selbst etwas blass daherkommt".
Spiegel Online hat sich mit Regisseur John Moore unterhalten.
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