Filmkritik:
Rauchzeichen
D 2005 R: Rudolf Thome D: Hannelore Elsner, Karl Kranzkowski, Adriana Altaras, Serpil Turhan, Joya Thome, Nicolai Thome, Cornelius Schwalm, Hansa Czypionka, Nicole Becker 124 Min. Filmwebsite
Ein schon lange in Florida lebender 60-Jähriger besucht seine Ex-Frau Isabella auf Sardinien. Bevor er sie überhaupt zu Gesicht bekommt, verliebt er sich in Annabella, die auf dem Anwesen seiner Frau lebt.
Ulrich Kriest vom Filmdienst schreibt, Thome entwerfe in diesem, seine "Zeitreisen“-Trilogie vollendenden Film "nicht etwa eine Zukunftsvision, sondern vielmehr ein Spannungsgeflecht mit den Variablen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Rauchzeichen bewahre "explizit den Tunnelblick der von Pathosformeln gesättigten Liebesmetaphysik". Der Kritiker wähnte sich - "wider die Absicht des Films" – als "Zeuge eines durch und durch egozentrischen Methusalem-Komplotts", in dessen Verlauf sich die Protagonisten mit "großer, fast schon imperialer Geste" die Erde untertan machten und ihr Tun "mit etwas pseudo-philosophischem Zierrat aufbrezeln". Insofern sei dieser "offensive Liebesfilm aus lauter Western-Einstellungen, diese filmische Liebeserklärung an Sardinien", für jüngere Zuschauer "wohl in erster Linie ein veritabler Gruselfilm".
Sascha Westphal von der Frankfurter Rundschau raunt, vielleicht werde Rauchzeichen bald "Legende" sein, so wie Thomes Film Rote Sonne es wurde, denn so habe "noch kein Filmemacher von der heutigen Welt und ihren Verirrungen erzählt". Thomes "märchenhaftes Kino der Zukunft" erstrahle "glänzender denn je".
Für Matthias Heine von der Welt ist Rauchzeichen "einer dieser typischen Thome-Filme, in denen sich alle kreuz und quer lieben - mal erotisch, mal eher familiär - und in dem der Zuschauer nicht anders kann, als die Schauspieler des Ensembles zu lieben, das der Regisseur um sich gesammelt hat". Den durchaus vorhandenen "mythologisch-philosophischen Überbau" müssen man gar nicht zur Kenntnis nehmen, um den Film zu mögen, man könne sich einfach "betören lassen von der tiefen Heiterkeit, mit der er aus einem weiten Himmel auf seine Figuren herabblickt".
Der "bruchlose Übergang von hoher Liebes- in gewöhnliche Alltagslyrik" sei stets die Stärke von Thomes Filmen gewesen, meint Barbara Schweizerhof von der taz; hier gebe es davon aber "entschieden zu wenig", zumal er in der "unsympathischen deutschen Parallelgesellschaft Italiens" spielt.
Harald Martenstein schreibt im Tagesspiegel ausnahmsweise einmal nicht über sich, sondern über diesen Film, dem er mehrere "Probleme" bescheinigt: er sei langatmig, seine Figuren sprächen in "Kalendersprüchen", die Story wirke konstruiert, die Bilder seien arg dunkel und der Ton schlecht. Alles in allem sei Rauchzeichen zu "betulich".
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