Filmkritik:
Ray
USA 2004 R: Taylor Hackford D: Jamie Foxx, Kerry Washington, Clifton Powell, Harry Lennix, Terrence Dashon Howard, Larenz Tate, Richard Schiff, Aunjanue Ellis, Bokeem Woodbine Filmwebsite
Der Film erzählt die Geschichte des früh erblindeten, im vergangenen Jahr gestorbenen Soulmusikers Ray Charles.
Ray ist ein großer Musikfilm, aber "kein schönfärberisches Heldengemälde", freut sich Blickpunkt:Film. Die Musik "ist der Motor. Sie speist den Film, wie sie auch das Leben von Ray Charles gespeist hat". Über allem throne die "unglaubliche Darstellung" von Jamie Foxx.
Frank Mehring vom Filmdienst attestiert Taylor Hackford, er habe die Fülle wichtiger Aspekte - Erblindung, Rassendiskriminierung, Maßlosigkeit, Ruhm - "meisterhaft" zusammengeführt, er setze auf einen "aufmerksamen Zuschauer" und präsentiere die Biografie "wie ein Puzzle". Die "einzigartigen Musik" und die spannende Erzählweise allein ließen den Film aber kaum so wirkungsvoll sein "ohne die ergreifende schauspielerische Leistung von Jamie Foxx", die das dramaturgische Konstrukt zusammenhalte. Zu den wenigen Schwächen des Films zählt der Kritiker die manipulative orchestrale Filmmusik und die "klebrige Süße" der Schlusswendung.
"Ray singt das bitter-herbe Lied von der Magie und Rücksichtslosigkeit des Genies ohne jede Beschönigung", lobt ein begeisterter Edo Reents in der FAZ. Hackford "fängt die Dialektik zwischen Leiden und Musik in zwingenden Momenten ein";mit einem "Ernst, der selten geworden ist", habe er dem Künstler ein "Denkmal gesetzt, das selbst ein großes Kunstwerk ist". In der Schilderung des Heroin-Entzugs wird der "mit zweieinhalb Stunden keineswegs zu lange Film" unversehens doch zur "Passionsgeschichte", meint der Kritiker. Jamie Foxx spiele die "Rolle seines Lebens" und sollte unbedingt mit einem Oscar belohnt werden.
Bodo Mrozek vom Tagesspiegel maint, Ray vermittlele eine Ahnung davon, was Soulmusik ausmache, "alle Geschichten aber traut er sich nicht zu erzählen". Das Beste an diesem Film sei der Komiker Jamie Foxx.
Christian Broecking von der taz sieht eine große Stärke des "ausgezeichnet recherchierten" Films in der schauspielerischen Leistung von Jamie Foxx, der "den Womanizer, den Drogenkranken und den selbstbewussten Afroamerikaner" mit "großer Überzeugungskraft" verkörpere.
Taylor Hackford beuge sich zwar "durchaus den Konventionen des Genres", widersetze sich ihnen aber auch, meint Sascha Westphal von der Frankfurter Rundschau. Hackford habe bisher der Ruf eines "Regie-Handwerkers angehangen", der es verstehe, "unterschiedlichste Stoffe kompetent umzusetzen", aber nie zu einer "eigenen Handschrift" gefunden habe. Was seine Filme jedoch über "alle Genregrenzen hinweg" verbinde, sei "seine Perspektive, sein Blick als Regisseur, der das Geschehen grundsätzlich horizontal, nie vertikal" ordne.
Im Spiegel schreibt Daniel Haas, Ray tappe "nicht in die Falle vieler Biopics, eine eingängige Moral zu verkaufen". Die Musik selbst spiele hier die Hauptrolle, der Film sei eine "Schule des Hörens mit den Mitteln des Kinos: Die Rede vom Rhythmus der Bilder wurde selten anschaulicher als hier". Die "interpretatorische Freiheit", mit der das Leben des Musikers erzählt werde, sei legitim und produktiv, denn sie führe "zum Kern von Charles' Genius".
" Ray ist solides Handwerk, nicht mehr und nicht weniger", stellt Jürg Zbinden von der NZZ fest. Pawel Edelmans Kamera leiefere "edle Aufnahmen, welche die Ästhetik einer Annie Leibovitz ebenso streifen wie jene einer Vintage-Whisky-Reklame", undJamie Foxx brauche "den Vergleich mit Ikonen naturalistischer Darstellungskunst (Dustin Hoffman, Robert De Niro) nicht zu scheuen".
Die Süddeutsche Zeitung hat sich mit Jamie Foxx unterhalten, der Spiegel auch.
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch
• Dolby, Surround Sound
• Laufzeit: 146 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 9. Juni 2005
• Produktion: 2004
Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem
Cinema-Kinotimer



























