Filmkritik:
The Reaping - Die Boten der Apokalypse
USA 2006 R: Stephen Hopkins D: Hilary Swank, David Morrissey, Idris Elba, AnnaSophia Robb, William Ragsdale, Jillian Batherson, Burgess Jenkins, Sharlene Ruffino 99 Min Filmwebsite
Die Missionarin Katherine hat ihren Glauben verloren, als ihre Familie auf tragische Weise ums Leben kam. Als Reaktion darauf profiliert sie sich als weltberühmte Expertin, die religiöse Phänomene als Humbug entlarvt. Eine Kleinstadt in Louisiana namens Haven wird angeblich von den biblischen Plagen heimgesucht - als Katherine den Fall untersucht, muss sie allerdings zugeben, dass sich die Vorfälle wissenschaftlich nicht erklären lassen.
Sascha Westphal (Welt) ist ganz zufrieden. "Statt auf Blut und Gore" setze Regisseur Stephen Hopkins "auf eine eher vage Atmosphäre der Bedrohung": "So wie die von Hilary Swank eindrucksvoll verkörperte Katherine, die jede Gewissheit verliert, wird der Betrachter immer tiefer in eine Welt hineingezogen, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle, fast zerfließen. Damit ist The Reaping Klassikern des satanistischen Kinos wie Roman Polanskis Rosemaries Baby näher als zeitgenössischen Horrorproduktionen."
Bert Rebhandl (taz) schreibt: " The Reaping wühlt förmlich im religiösen Untergrund der USA. Bibeltreue und Satanskult sind dabei nur zwei Ausprägungen ein und derselben Neigung zu einem apokalyptischen Weltbild. Die Sümpfe von Louisiana werden zu einer archetypischen Landschaft, in der die Menschen ohne sicheren Grund herumwaten. Lächerlich, wer diesem endzeitlichen Brackwasser mit Laborwerten beizukommen versucht. Stephen Hopkins liest die Zeichen der Zeit: Metaphysischer Schauder ist angesagt. Wer sich nach The Reaping ein wenig zu sehr gebibelt fühlt, findet in Nick Caves altem Album 'The Firstborn is Dead' die richtige Medizin."
" The Reaping beginnt verheißungsvoll als eine Mischung aus Das Omen und Der Exorzist", meint Jörg Gerle (Filmdienst), aber die Verheißung erfüllt sich für den Kritiker nicht. Denn "wenn die 'gefallene' Pastorin erst einmal in Haven angekommen ist, zerfasert die Geschichte in planlose Konfusion. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass im einstündigen Mittelteil des Films nur Zeit geschunden wird, um dann in der letzten Viertelstunde den eigentlichen Clou der Story zu präsentieren. (...) Wenn sich dann am Ende der Plan, den die Dorfgemeinschaft mit der Wissenschaftlerin verfolgt, offenbart und klar wird, dass hier der Teufel am Werk ist, ist das Interesse an der Geschichte längst erlahmt; da nützt auch die aus Rosemaries Baby entlehnte Schlusspointe wenig, von der man nur hoffen kann, dass sie nicht als Androhung eines Sequels zu deuten ist."
Die Frankfurter Rundschau porträtiert Hilary Swank, die Welt hat sich mit ihr unterhalten.
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