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Aktualisiert am 22.09.2008

Filmkritik:

Redbelt

Redbelt

USA 2008 R: David Mamet D: Chiwetel Ejiofor, Tim Allen, Emily Mortimer, Alice Braga, Joe Mantegna, Ricky Jay, Jose Pablo Cantillo, Rodrigo Santoro 99 Min. Filmwebsite
Mike Terry, ein Jiu-Jitsu-Lehrer, der nach einem strengen Samurai-Kodex lebt, hat schon seit langem der rauen Welt der Preiskämpfe den Rücken gekehrt. Er versucht sich, zusammen mit seiner Frau Sondra, ein ehrenwertes Leben mit einer Jiu-Jitsu Schule in Los Angeles West-Side aufzubauen. Doch obwohl die Schule einen guten Ruf genießt, haben Mike und Sondra jeden Monat mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Ein plötzlicher Zwischenfall in einer regnerischen Nacht bringt eine Reihe von Vorfällen ins Rollen, die Terrys Leben dramatisch verändern ...
Von Regisseur David Mamet, der sich auch als Dramatiker und Drehbuchautor ( Wag the Dog, Jimmy Hoffa) einen Namen gemacht hat, lief 2002 Heist - Der letzte Coup in den deutschen Kinos.

"Regisseur und Drehbuchautor David Mamet hatte immer schon Talent für Dialoge und Stimmungen, für Charaktere, die auf den ersten Blick eindimensional wirken, aber nur selten das sind, was sie zu sein scheinen", schreibt Sascha Koebner vom Filmdienst. . Man erlebe in Redbelt "interessante Charaktere" und ein "gutes Gefühl für Atmosphären", doch der Plot befriedige nicht. Dennoch bleibe der Film "interessant genug, um über eine Laufzeit von rund hundert Minuten zu unterhalten".

Andreas Banaski von Spiegel Online findet den Film nur "halbgut"; die zu "shakespearschen Größe aufgeblasenen Trash-Dramaturgie" sei kritikwürdig, auch mangele es dem FIlm an Glaubwürdigkeiz. Aber ein Film, "der sich an den Größten orientiert, an Akira Kurosawa und Sergio Leones Clint-Eastwood-Western, an Scorseses Raging Bull, John Hustons Noir-Periode oder Jean-Pierre Melville, und sich dabei nicht völlig blamiert, ist eben auch dann noch recht gut, wenn er eigentlich nur halb gut ist".

"Regisseur und Drehbuchautor David Mamet erweist sich erneut als brillanter Aneigner von Stoffen, die zu einem so intellektuellen Autor auf den ersten Blick gar nicht passen", bemerkt Ekkehard Knörer von der taz. Die "mametisierende Rede" sei das "Trademark" des Autors, die Sprache im Dialog. Dabei handele es sich um Dialoge, "die nicht auf den Punkt kommen", es sind "Instant-Tragödien, in denen sich, was durch gelingende Kommunikation rasch aus der Welt zu räumen wäre, zum Desaster aufschaukelt durch stockende Rede, durch ein Setzen des Worts aufs ganz falsche Gleis". In diesem FIlm balanciere der Mamet-Dialog freilich "längst am Rand der unfreiwilligen Selbstparodie". Außerdem zinke Mamet hier "die Karten so, dass am Ende gegen alle Wahrscheinlichkeit der Glaube an die Unschuld triumphiert. Bei Lichte besehen ist das natürlich ein Trick und ein Selbstwiderspruch. Im Dunkel des Kinos betrachtet aber ist es ein einziges großes, hoch raffiniertes Vergnügen".

"Mamet kann den Konventionen des Boxer- und Fighter-Films treu bleiben und sie zugleich unterlaufen", schreibt Sascha Westphal von der Welt. Die "Umkehrung typischer Western-Motive" habe ihren Reiz, "zumal sowohl Chiwetel Ejiofors zurückgenommenes, ganz in sich ruhendes Spiel als auch Robert Elswits elegante Bildkompositionen, diese stetige Folge ruhiger Tableaus, Erinnerungen an Klassiker dieses Genres heraufbeschwört".

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