Filmkritik:
Die Regeln des Spiels
(The Rules of Attraction) USA 2002 R: Roger Avary D: James Van Der Beek, Ian Somerhalder, Shannyn Sossamon, Jessica Biel, Kip Pardue, Thomas Ian Nicholas, Kate Bosworth, Fred Savage, Eric Stoltz, Clifton Collins FIlmwebsite
Drei reiche und gelangweilte College-Schüler stehen im Mittelpunkt dieser Bret Easton Ellis-Verfilmung: Als sich Sean, Paul und Lauren begegnen, ergeben sich "ungeahnte Möglichkeiten für sexuelle Misskommunikation, Drogenkonsum und Gefühlschaos", schreibt Blickpunkt:Film. "Handwerklich brillant", schön ironisch und mit "effektiven, erzählerischen Tricks" aufgepeppt, sei die Romanvorlage adäquat umgesetzt, man vermisse nur die "nötige Prise Zynismus". René Classen vom Filmdienst gefiel der "Tonfall resignativer Lakonie", mit dem Regisseur Roger Avary diverse Sex- und Drogen-Exzesse schildere, ohne jemals in die "artifizielle Aufgeregtheit von Leuten zu verfallen, die die Lust am Kontrollverlust kategorisch verdammen". So nähere er sich der "Perspektive seiner Protagonisten an, die ihr wildes Leben mit stumpfer Abgeklärtheit registrieren". Es falle allerdings schwer, im bunten Figurenarsenal des Films ein "zwingendes Identifikationsangebot zu finden".
Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel ließ der Film kalt. Eigentlich solle man wohl Lachen über den Schrecken und sich auch "ein bisschen erschrecken über die existenzielle Leere" der Protagonisten, aber es funktioniere nicht. Die Regeln des Spiels sei "ab und zu witzig, selten auch großartig, oft öde". Der "Nihilismus der reichen Säcke dieser Erde" sei "wahrscheinlich nicht gerade der Stoff, mit dem man die Kids derzeit ins Kino zieht."
Sascha Westphal von der Welt ist beeindruckt von der Regie; manchmal habe die "Kompromisslosigkeit, mit der Roger Avary eine Welt zeichnet, in der jeder nur um sich selbst kreist, etwas fast schon Abstoßendes", und sein Blick "mag kalt und zynisch erscheinen", doch "Avary und sein Ensemble machen es einem nur nicht so einfach wie die meisten Hollywoodfilme". Man müsse Lauren, Paul und Sean "nicht mögen, um zu erkennen, wie verzweifelt sie in ihrem Innersten sind. Es reicht schon, genau hinzusehen und sich auf all die emotionalen Nuancen einzulassen, die Teil des von Avary entfachten stilistischen Feuerwerks sind".
Philipp Bühler von der taz findet den Film "schick". Er schaffe es, Sympathien für diese "studentischen Triebtäter" zu wecken, deren "oberflächlichen Lifestyle" nichtsdestoweniger "genüsslich" ausgeschlachtet werde. Obwohl Die Regeln des Spiels ein "Hingucker" sei, wirke er doch irgendwie unentschlossen, es fehle eine klare Linie, die in der American Psycho-Verfilmung die Ironie vorgab. Avary greife "aus Respekt vor dem Text" zu "jeder Menge Stilmittel, die laut 'Literatur' rufen".
Oliver Hüttmann vom Spiegel lobt, Avary habe die "verbale Brutalität" der Romanvorlage "meisterhaft in eine visuelle Sprache umgesetzt"; der Film sei eine "Studie der Desillusion und Desorientierung, wie man sie jährlich bei den Springbreak-Partys und überall auf der Welt konstatieren kann".
Fritz Göttler von der Süddeutschen Zeitung meint, der Film gebe sich "aggressiv, ein Triumphmarsch, aber das Personal ist eher mickrig , eine Handvoll TV-Serien-Teenies, in eine unheile Welt transferiert" und sei dabei auch "eine politische Geschichte - aus einem ähnlichen Sumpf von Alkohol und Lebensüberdruss stammt, eigenem Bekunden nach, der augenblickliche Präsident der USA".
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0) Englisch (Dolby Digital 2.0)
• Untertitel: Deutsch
• Bildformat: 16:9
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 107 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 4. Februar 2004
• Produktion: 2002
DVD Features:
• Audiokommentar von Sharon Seymour (Production Design), Ron Jeremy, Ian Sommerhalder und Russel Sams (Englisch ohne Untertitel)
• Anatomy of a Scene - Making of 'Die Regeln des Spiels'
• Deutscher und US-Kinotrailer; Fotogalerie; Informationen zu Cast & Crew; Produktionsnotizen
• Zwei US TV-Spots; Trailer weiterer Kinofilme auf DVD
• DVD-Rom Applikationen
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