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Aktualisiert am 02.08.2005
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Filmkritik:

Das Reich und die Herrlichkeit

Das Reich und die Herrlichkeit

(The claim) Gb/Kanada 2000 R: Michael Winterbottom D: Peter Mullan, Wes Bentley, Milla Jovovich, Nastassja Kinski, Sarah Polley Filmwebsite
Ein Western und Liebesfilm der zur Zeit des Goldrausches in einem kleinen Minenstädtchen in der Sierra Nevada spielt. Dillon ist durch den Verkauf seiner Frau und seines Babys reich und mächtig geworden. Als nach zwanzig Jahren seine mittellose Familie wieder auftaucht möchte er seine Schuld begleichen und sie wieder zurückgewinnen. Michael Winterbottoms zweite Verfilmung eines Romans von Thomas Hardy ist für Blickpunkt:Film ein beeindruckendes, düsteres und episches Werk in exzellenter Besetzung. Wenn es auch etwas sperrig sei, so habe es doch alle Eigenschaften eines guten Westerns und sei deshalb für Genrefreunde ein Muss.
Auch Manfred Müller vom Spiegel lobt die Besetzung und hält den Film, trotz sprödem Stoff und schlichter Symbolik und obwohl er zum Schluss sentimental und theatralisch werde, für gelungen. "Ein Western eben. Und ein guter". Winterbottom habe die "stereotype Fabel (...) so vielschichtig ausgedeutet, als müsse er rückwirkend das ganze Genre vom Vorwurf der beständigen Wiederholung befreien."
Rüdiger Suchsland ( Der Schnitt) hat dieser Film offenbar ausgesprochen gut gefallen: "Das Reich und die Herrlichkeit ist so pathetisch und konsequent wie das französische Kino der 60er Jahre - endlich einmal wieder ein Film aus Europa, der von großen Gefühlen erzählt, ohne verquast oder zerquasselt zu sein, der seine Emotionen ernst nimmt, ohne sie zu verkitschen". Er lobt die sorgfältige und kluge Auswahl der Bilder, die gelegentlich "alle gängigen Genreklischees anzitieren", und sieht Parallelen zur New Economy und zum gegenwärtigen Zustand der Zivilisation.
Martina Knoben von der Süddeutschen Zeitung fand den Film ein bischen zwiespältig. "Optisch ein Genuss" , mit sehr guten Schauspielern, vor allem Sarah Polley als Tochter und Peter Mullan, und guter Musik, lasse der Film dennoch kalt: Das habe "mit dem Aufwand der Inszenierung, aber auch mit dem übersteigerten Naturalismus des Films zu tun. Winterbottom wollte den Westen realistisch abbilden, gerade deshalb sieht Das Reich und die Herrlichkeit wie ein Kostümfilm aus." Andreas Busche von der taz ließ sich von dem Film durchaus erwärmen: "Was Winterbottom in seinem Mythen-aufgeladenen Melodram zeichnet, ist mehr als der Ausläufer eines historischen Epochenwechsels oder das Fitzcarraldo-ähnliche Scheitern eines amerikanischen Archetypus. Winterbottom nutzt das Bilderrepertoire des Western, um die essenzialistische Frage nach Schuld und Sühne auf den Bedingungen des (früh-)kapitalistischen Gesellschaftswandels abzubilden. Im Originaltitel The Claim ist diese Konstellation bereits enthalten: die gewaltsame Landnahme zum einen, zum anderen der emotionale Anspruch auf Wiedergutmachung, wo es nichts mehr gut zu machen gibt."
Sascha Westphal von der Welt ist begeistert. Er lobt den europäischen Blick auf den amerikanischen Mythos: "War der klassische amerikanische Western noch eine mythische Erzählung, wird er bei Michael Winterbottom zu einem lyrischen Gesang. Die Geschichte um Schuld und Sühne, Verrat und Vergebung löst sich in poetischen Momenten und Bildern auf. (...) In gewaltigen Bildern voller Rätsel und Schrecken offenbart sich Winterbottoms von Hardys Pessimismus erfüllte Vision. Wie winzig sind doch die Menschen angesichts der Größe und der Kälte der schneebedeckten Berge."
Der Spiegel hat ein Gespräch mit Nastassja Kinski geführt.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch
• Bildformat: 2.35:1
• Dolby, Surround Sound
• Laufzeit: 90 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 6. November 2002
• Produktion: 2000

DVD Features:
• Produktionsnotizen, Fotogalerie, Informationen zu Cast & Crew, Deutscher und US-Kinotrailer, Trailer weiterer Kinofilme auf DVD, DVD-ROM-Applikationen

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