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Aktualisiert am 20.03.2006
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Filmkritik:

Reine Chefsache

Reine Chefsache

(In Good Company) USA 2004 R: Paul Weitz D: Dennis Quaid, Topher Grace, Scarlett Johansson, Marg Helgenberger, David Paymer, Clark Gregg Filmwebsite
Dan ist 50 und Anzeigenverkäufer bei einem Sportmagazin. Dass sein neuer Chef so jung ist, dass er sein Sohn sein könnte, macht ihm ganz schön zu schaffen und dann bandelt der auch noch mit seiner Tochter an. Für Blickpunkt Film eine "erwachsene, witzige und intelligente Komödie über die Ironie des Schicksals und die Tücken der Arbeitswelt", die Dennis Quaid "in einer seiner besten Rollen seit langem" zeigt.
Franz Everschor ( Filmdienst) findet, dass hier "gewohnte Klischees (…) erstaunlich oft auf den Kopf gestellt" würden. Aber man dürfe "nicht gleich zu viel erwarten, wenn heute jemand in Hollywood ein bisschen gegen die Gewohnheiten inszeniert. Reine Chefsache“ reißt keine Barrikaden ein, aber bohrt ein paar kleine Gucklöcher, durch die man hindurchspähen und eine andere (bessere) Seite derselben Sache sehen kann. Um es nicht zu vergessen: Maßgeblichen Anteil an dem Vergnügen, das der Film bereitet, haben die Darsteller. Dennis Quaid spielt nach Dem Himmel so fern abermals erfolgreich gegen sein früheres Action-Image an, Scarlett Johansson ist adrett und zuverlässig wie immer, und der junge Topher Grace, der geradewegs vom Fernsehen kommt, besitzt alles Zeug für einen zukünftigen Star und Herzensbrecher.
Daniel Kothenschulte schreibt in der Frankfurter Rundschau, der Film beherrsche "die Handhabung des Disparaten (...) so elegant, dass man ihm die aufgebotene Kunst nicht mehr ansieht. Jede Szene geht auf, immer wieder sieht man im Zusammenspiel der Darsteller die Funken sprühen. Doch wo sich normalerweise alles zum Happy End gefügt hätte, da hält er noch einen Moment lang inne, um sich das Nächstliegende zu verkneifen. (...) Erst spät kam dieser Film außer Konkurrenz ins Berlinale-Aufgebot, wo ihn kaum jemand beachtete. Es ist die Sorte Kunst, die etwas zu perfekt verpackt daher kommt. Alles daran geht auf wie ein Kuchen, aber das heißt nicht, dass es auch süß schmeckt. Es ist eben der wahre American Pie."
Ein Pluspunkt des Films sei Dennis Quaid, findet Josef Engels von der Welt. Ansonsten habe der Film zwar Charme, aber wenig Glaubwürdigkeit: "In erster Linie soll Reine Chefsache ja eine Satire auf aktuelle Auswüchse des Kapitalismus sein. Doch irgendwann wird daraus ein Märchen, das zwar allen seinen Charakteren ein glückliches Ende beschert, aber tief drinnen nur reaktionäre Klischees bedient: Frauen gehören an den Herd, alte Machos in die Chefsessel, und die Jugend soll bitteschön draußen spielen. Verglichen damit ist American Pie praktisch Faust II."
Julian Hanich vom Tagesspiegel vernahm es als "Durchschnittsverdiener" mit "Genugtuung", dass der Film auch "ein paar nette, altmodische Seitenhiebe gegen die Welt des Großkapitals austeilt". Er fragt sich aber, ob man sich darüber aufregen solle, wie hier "Probleme wie Stellenabbau und aggressive Firmenübernahmen mit leichter Hand in eine Feel-good-Komödie verwandelt werden" und mit "charmanter Leichtigkeit" diesen "freudlosen Themen" Leben eingehaucht wird.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Englisch, Deutsch
• Bildformat: 16:9, 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 106 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 14. November 2005
• Produktion: 2004

DVD Features:
• Audiokommentar Paul Weitz + Topher Grace
• Deleted Scenes mit Audiokommentar Paul Weitz
• Interviews mit Cast & Crew
• Featurette: S.Y.N.E.R.G.Y.
• Making Of; Kinotrailer; Cast & Crew

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