Filmkritik:
Reine Formsache
D 2006 R: Ralf Huettner D: Christiane Paul, Marc Hosemann, Bastian Pastewka, Floriane Daniel, Oliver Korittke, Petra Schmidt-Schaller, Idil Üner Filmwebsite
Ein Ehepaar trennt sich. Sie will ein geregelteres Leben, doch der unstete Ex versucht die Verflossene mit allen Mitteln wieder zu bekommen. Sarah-Mai Dang vom Filmdienst mochte die romantische Komödie recht gerne. Zwar sei die Geschichte " klassisch verzwickt und nahezu komplett vorhersehbar", doch "lebt eine Komödie ohnehin mehr von Situationskomik, Dialogwitz und dem Talent der Schauspieler als von Wendungen in der Handlung." Dies seien auch die Stärkendes Films. "Die Schauspieler wagen eine Theatralik, die leicht ins Groteske umschlagen kann, hier aber amüsanten Slapstick produziert." Dabei wisse " die Kamera stets den richtigen Augenblick einzufangen" und es zeige sich einmal mehr: "Kino lebt nicht allein von durchstrukturierten Geschichten und professionellem Schauspiel, sondern auch von magischen Momenten."
Cosima Lutz von der Welt schimpft dagegen, Regisseur Ralf Huettner habe "diesmal überhaupt nichts zu erzählen". Es sei ein bisschen schade um die Schauspieler: "Mühsam ist anzusehen und anzuhören, wie sie ihre Papp-Dialoge vor diesem Papp-Berlin führen und noch die eine oder andere Nuance herauszuschälen versuchen." Nur in einer Szene halte der Film "für einen kurzen Moment inne, schaut die Oberflächen an, um ihre Tragikomik zu finden. Und schon verhakt er sich wieder, wie ein viel zu langer Werbespot, man weiß nicht einmal so recht, wofür."
Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel kann dem Wiederbelebungsversuch der deutschen "Beziehungskomödie" nichts abgewinnen. Der Film sei "nichts anderes (..) als die Illustration jener extrem angestaubten Herrenwitzelei", die da lautet: "Sagt eine Frau 'nein', dann meint sie 'vielleicht'. Sagt sie 'vielleicht', meint sie 'ja'. Mit anderen Worten: Eigentlich meinen Frauen alle immer 'ja'." Es sei ein "klappernder Reigen", der "lustig" sein wolle und eine "penetrante Illustrierten-Philosophie" vertrete.
Die Welt hat sich mit Christiane Paul unterhalten.
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