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Aktualisiert am 03.01.2009

Filmkritik:

Die Reise des chinesischen Trommlers

Die Reise des chinesischen Trommlers

(Zhan. gu / The Drummer) D/HK/Taiwan 2007 R: Kenneth Bi D: Jaycee Chan, Tony Leung Ka Fai, Dou Lee Sinje, Roy Cheung, Josie Ho, Kenneth Tsang, Angelica Lee 117 Min. Filmwebsite
Sid ist Schlagzeuger, sein Leben steckt voller Extreme: Als Sohn einer Unterweltlegende Hong Kongs genießt er Narrenfreiheit, die er in vollen Zügen auslebt. Eines Tages wird er von dem zwielichtigen Stephen Ma mit dessen Freundin in flagranti erwischt. Er fordert Genugtuung und verlangt, Sid hart zu bestrafen. Um ihn zu schützen, wird Sid daraufhin von seinem Vater ins Exil geschickt. In den Bergen Taiwans trifft er auf eine Gruppe Zen-Trommler, deren bombastische Schläge weit durch das Gebirge hallen. Schon bald muss Sid seine jugendlichen Weisheiten in Frage stellen. Für ihn beginnt ein neues Leben, er lernt Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Die Reise des chinesischen Trommlers ist ein in weiten Teilen meditativer Film über die zweite Menschwerdung eines jungen Mannes, der in einer überwältigenden Natur lernt, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen, der begreift, was Entsagung heißt, und gleichzeitig eine Bereicherung erfährt, die abseits aller materiellen Güter liegt.", schreibt Hans Messias vom Filmdienst. Der zweite Spielfilm des Regisseurs Kenneth Bi entwirft eine "zeitlose, universelle Geschichte, die an existenzielle Wurzeln rührt" und bietet "überdenkenswerte, manchmal allerdings auch allzu glatte Ansätze, die Haltung zum eigenen Leben zu überdenken".

Heike Kühn schreibt für epd Film und die Frankfurter Rundschau, Kenneth Bi habe in seinem "außergewöhnlichen Film" die "Typologie der Genres aufgebrochen und ihre Elemente ebenso rasant wie subtil verwirbelt". Natürlich erlaube der buddhistische Grundton des Films am Ende "keine allzu großen Überraschungen", aber die Kunst der Selbstüberwindung sei hier ein "Schauspiel von beeindruckender Glaubwürdigkeit".

Auf Daniel Sander von Spiegel Online machte der Film eine Weile den Eindruck von "gut gemeinter Kino-Esoterik", aber der Regisseur habe etwas anderes im Sinn gehabt und eine "außergewöhnliche, erstaunlich unterhaltsame Mischung aus meditativem Selbstfindungstrip und Gangsterfilm" geschaffen.

Für Wilfried Hippen von der taz ist der Film interessant, weil er "aus den beiden Erzähltraditionen schöpft, und die Konventionen des Actionkinos mit denen der eher meditativen Kontemplation gut verbinden kann".

Auch Harald Peters von der Welt lobt den Film: "Weder spielt Bi die Lebenswelten Hongkongs und des ländlichen Taiwan gegeneinander aus, noch wird das zen-buddhistische Getrommel als Mittel gegen alle Arten von Lebenskrisen gepriesen". Dass Kameramann Sam Koa dazu "wunderbare Bilder" gefunden hat, mache den Film zu einem "Glücksfall".

Allein Ekkehard Knörer von der taz findet tadelnde Worte: Der Regisseur meine das alles sehr gut und "inszeniert es mit gezielt gesetzten harten Wechseln zwischen Schauplätzen und Genres handwerklich auch gekonnt"; sehr viel mehr als "Trommel-Buddhismus für Anfänger" komme dennoch nicht raus dabei - "zu simpel die Botschaft, zu leer die schönen Bilder, zu holzschnittartig die Konflikte und zu säuberlich die Lösungen, die der Film findet".

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