Filmkritik:
Die Reise ins Glück
D2004 R: Wenzel Storch D: Jürgen Höhne, Jasmin Harnau, Holger Müller, Bernward Klimek, Ralph Meyer, Kathleen Brunke, Yasmin Frischling, Lena Kruse, Marga Heinze, Jörg Buttgereit Filmwebsite
Teilanimierter Fantasy-Abenteuerfilm um einen Kaptän, der sich zur Ruhe setzen will, aber auf einer unbekannten Insel strandet. Dort tyrannisiert ein despotischer Herrscher seine Umwelt.
Marcus Stiglegger vom Filmdienst schildert die kuriose Produktionsgeschichte des Films, die bereits vor zehn Jahren begann: " Aus Alltagsgegenständen wurden aufwändige Sets und Requisiten improvisiert. Die Dreharbeiten fanden in einer Hildesheimer Lagerhalle statt, in der in mehreren Jahren über 20 verschiedene Sets entstanden". Die Reise ins Glück gibt sich ganz einer "irrealen Traumwelt" hin, meint der Kritiker, die Handlung verzettele sich "immer wieder in Details und Nebenhandlungen". Wenngleich das Werk "durchaus erfinderisch und irrwitzig" geraten sei, versinke es dennoch im "Trash-Sumpf" dank Storchs "ausgeprägtem Hang zur albernen Obszönität".
Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau zollt dem tapferen, mittlerweile "hochverschuldeten" Regisseur Wenzel Storch Respekt: "Es gibt nicht viele Filmemacher in Deutschland, denen man zutrauen würde, ihre Filme ohne institutionelle Anerkennung und finanzielle Rückendeckung zu drehen, ganz einfach, weil sie es müssen", und Wenzel zähle zu ebendiesen. Sein "nicht ganz jugendfreier Märchenfilm" präsentiere "meist abgestandene Kalauer", werde aber dennoch bleiben.
Hans Zippert (die Welt) ist voll des Lobes: "Wenn Sie in diesem Jahr nur einmal ins Kino gehen möchten und dabei nicht von tausendmal gesehenen Bildern belästigt werden wollen, dann ist Die Reise ins Glück der richtige Film. Ein wilderes, ungewöhnlicheres Werk werden Sie in den folgenden 359 Tagen kaum zu Gesicht bekommen."
Dietrich Kuhlbrodt ( filmzentrale) schwärmt in nun wirklich höchsten Tönen. Es sei "der große Hoffnungsstrahl in der Tristesse vonFilmallerlei und allgemeiner Stagnation. (...) Zu sehen ist ein Handlungsknäuel, aus dem reichlich Fäden heraushängen, verquere Animationen, delirierende Bauten & Kostüme und guter alter Sperrmüll, liebevoll vergoldet. Offene Enden zum Selbstverknüpfen. Hierfür ist der Zuschauer verantwortlich, und ich wette, das macht ihm den Spaß, den ich hatte."
Frank Schäfer von der taz hat sich mit Wenzel Storch unterhalten.
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