Die Filmstarts vom 28. November 2002
  Die another Day
  Mein letzter Film
  11'09''01 - September 11
  Besessen
  Chen Mo und Meiting
  Safecrackers oder Diebe haben's schwer
  Die Reise nach Kafiristan
  On the Line
  Kilometer 0

A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z 0-9

Durchsuchen Sie unsere Website:

Aktualisiert am 18.07.2005

Filmkritik:

Die Reise nach Kafiristan

D/CH/NL 2001 R: Fosco Dubini, Donatello Dubini D: Jeanette Hain, Nina Petri, Katharina Schütz, Wolfgang Rau, Anika Unterburg, Thomas Morris, Christof Wackernagel Filmwebsite
Im Sommer des Jahres 1939 begeben sich zwei ungleiche Schweizerinnen, die Ethnologin Ella Maillart und die Fotografin und Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach auf eine Reise durch Afghanistan. Ihr Ziel, das legendäre Tal Kafiristan, erreichen sie jedoch nicht, da aufgrund des Ausbruchs des 2. Weltkrieges die Regierung Afghanistans ein generelles Reiseverbot für Ausländer verhängt. Claus Löser vom Filmdienst sieht den größten Verdienst des Films im Hinweis auf das "bis heute unterschätzte Lebenswerk Annemarie Schwarzenbachs". Sie gehörte zum Kreis um Klaus und Erika Mann, "veröffentlichte noch 1933 ihre lesenswerte 'Lyrische Novelle', und starb 1942. Dem Film ginge es aber weniger "um die akribische Rekonstruktion zweier Lebensläufe", er konzentriere sich vielmehr auf die Expedition selbst. "Vor den großartigen landschaftlichen Tableaus erscheinen die Reisenden oft etwas verloren; ihre augenfällige Vereinzelung in der Leere offenbart sinnfällig den eigentlichen Charakter ihrer Reise als eine innere."
Kerstin Decker ( Tagesspiegel) war es egal, dass der Film keine eigentliche Handlung hat: "Die Reise nach Kafiristan der beiden Schweizer Brüder Fosco und Donatello Dubini zählt zu jenen poetischen Filmen, in denen nichts so stören würde wie eine Handlung. Filme können Gedichte aus Bildern sein. Dieser hier ist eins."
Bewusst zwischen fiktionalem und dokumentarischem Film sei diese Reise angelegt, schreibt Claudia Lenssen in der taz. "Weder ist ein klassischer Kulturfilm entstanden, der dem Finger auf der Landkarte folgt, noch ein Melodram à la Jenseits von Afrika. Anstelle von illusionärer Spielfilmdramaturgie haben sich die Filmemacher fürs gestische Andeuten, fürs episodische Erzählen, für den asynkopischen Rhythmus aus Roadmovie und Kammerspiel entschieden." Das Thema seien die "nicht konkreten Grenzen und Schlagbäume" und das mache auch den "Reichtum des Films" aus.
Die Süddeutsche Zeitung bemerkt: "Spannend wird „Die Reise nach Kafiristan“ nicht durch das explizit Erzählte, sondern durch das Angedeutete und Doppeldeutige". Die "zum Literarischen tendierenden Dialoge" allerdings lasteten "mitunter schwer auf dem Film, zumal sie bisweilen in die pure Phrase umkippen"

Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem Cinema-Kinotimer