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Aktualisiert am 13.04.2006

Filmkritik:

Rent

Rent

USA 2005 R: Chris Columbus D: Rosario Dawson, Taye Diggs, Wilson Jermaine Heredia, Jesse L. Martin, Idina Menzel, Adam Pascal, Anthony Rapp, Tracie Thoms, Julia Roth Filmwebsite
Musical um eine Wohngemeinschaft im New Yorker East Village, frei nach Puccinis Oper 'La Bohème'. Es geht um Aids, Homosexualität, Drogensucht und Armut. Die Mehrzahl der Darsteller sind diejenigen des Broadway-Musicals, das vor zehn Jahre Pemiere hatte.

Blickpunkt:Film stellt fest, die Schauspieler seien zwar "perfekt (aufeinander) eingespielt und eingesungen", allerdings seien sie zum Teil "sichtlich zehn Jahre zu alt für ihre Rollen". Der Film mache Spaß, sei aber etwas zu lang geraten.

Jörg Gerle vom Filmdienst kritisiert, die "Verkrampftheit" der Verfilmung "will und will sich nicht lösen", eine "'Befreiung' des Films von der Vorlage findet nicht statt". Konzept und Umsetzung wirkten "muffig", der Regisseur sei "fantasielos", und es fehle ihm an Mut, das Musical "im Zweifel zu dekonstruieren, um etwas Neues, dem Medium Film Adäquates zu schaffen".

Michael Kohler lobt in der Frankfurter Rundschau ,dass der Regisseur Chris Columbus auf dem "zeitlosen Pathos seines Bühnenstoffs" beharrt habe. Damit fahre er "bereits die halbe Miete ein", denn "schon die kleinste Prise Ironie wäre hier Gift für das gesamte Unternehmen". Das Musical Rent sei "kein Meilenstein der Musicalgeschichte", doch müsse man es Columbus "hoch anrechnen, dass er das Stück gegen den Lauf der Zeit in Schutz nimmt". Es stehe einem Film, der sich die "Langlebigkeit des Idealismus auf seine Fahnen schreibt", gut an, seine Figuren "nicht nachträglich zu desavouieren".

Manuerl Brug von der Welt mochte schon das Musical nicht, das "um eigentlich nichts" lärmte und in seiner "Müll-Ästhetik nur das wirkliche Leben" plünderte; nachdem der Stoff nun, "gefühlte 15 Jahre zu spät", das Medium gewechselt hat, wirke er "zwischen brennenden Ölfässern und akribisch designtem Großstadt-Schmuddel lächerlich artifiziell". Nur gelegentlich werde deutlich, was ein von einem "weniger biederen Regisseur betreutes Rent hätten werden können, wenn die Kamera sich aufmacht in die wahren Träume der sich verschwendenden Jugend".

Martin Schwickert vom Tagesspiegel meint, man müsse "ordentlich Kitschresistenz" aufbringen, um Rent "unbeschadet zu überstehen", aber wer Musicals möge, aus denen der "Sirup der Sentimentalität nur so trieft", sei hier "gut aufgehoben".

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