Filmkritik:
Ricky Bobby - König der Rennfahrer
(Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby) USA 2006 R: Adam McKay D: Will Ferrell, John C. Reilly, Sacha Baron Cohen, Gary Cole, Michael Clarke Duncan, Leslie Bibb, David Koechner, Jane Lynch 108 Min. Filmwebsite
Ein schnöseliger französischer Rennfahrer liefert sich mit dem nicht sehr hellen NASCAR-Star Ricky Bobby ein Duell.
Jörg Gerle vom Filmdienst fand den Film nicht lustig und bemängelt das schlechte Timing der Witze: "Der Film scheint ein Kumpelproblem zu haben, denn Regisseur Adam McKay, Ferrells Comedy-Kollege und Freund, bekommt seinen Hauptdarsteller und Co-Autor nie in den Griff; viel zu selten zieht er angesichts der unaufhörlichen Improvisationen seines Stars die Notbremse, weshalb die Gags zäh zu Tode gequält werden."
Cosima Lutz von der Welt ist anderer Meinung. Für sie hat der Film den "angerauten Ton einer satirischen 'Ballade' (...). Eine Komödie, die sich als konventionelle Hirnlosigkeit tarnt, welche die alte Geschichte von Aufstieg, Fall und Läuterung auf vier Räder schnallt." Es sei eine "Typenkomödie mit Tiefenschärfe und ohne moralischen Schmerbauch."
Michael Kohler von der Frankfurter Rundschau fühlte sich gut unterhalten und nennt den Film anerkennend "eine Schmierenkomödie ersten Ranges." Es sei "die reinste Freude", wie hier der amerikanische Motorsport durch den Kakao gezogen werde. Kohler fürchtet allerdings die deutsche Synchronisation, die er noch nicht kennt, denn: "Die Schmierenkomödie ist nicht weniger auf den richtigen Tonfall angewiesen, als, sagen wir, der Lubitsch-Touch".
David Kleingers von Spiegel Online schreibt ausführlich über die Karriere von Will Ferrell und mochte den Film recht gerne. Er sei "trotz der erwartungsgemäßen Derbheit des Materials meist sehr amüsant anzusehen", was am Hauptdarsteller liege: "Kein anderer Komiker verkörpert kindsköpfige Sturheit und erratische Gefühlswallungen derart herzerweichend wie Ferrell, der in Höchstform selbst europäische Kulturpessimisten ausbremsen kann." Vielleicht noch besser sei aber Ferrells nächster Film Stranger than Fiction.
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