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Aktualisiert am 07.02.2010

Filmkritik:

Zeiten ändern Dich

Zeiten ändern Dich

D 2009 R: Uli Edel D: Bushido, Moritz Bleibtreu, Karoline Schuch, Elyas M'Barek, Hannelore Elsner, Katja Flint, Uwe Ochsenknecht, Adolfo Assor 94 Min. Filmwebsite
Bushido befindet sich auf Konzert-Tournee durch Deutschland, als er eine Postkarte von seinem Vater erhält. Alte Erinnerungen kochen hoch: Seine Kindheit als Ghettojunge in Berlin, statt Schule dealt er Drogen, rutscht in die Kriminalität, es droht der Knast. Vor allem aber läuft ein Bild in Bushidos Hirn Amok, wie sein Vater die Mutter vor seinen Augen schlägt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Rapper muss sich Bushido den Dämonen der Vergangenheit stellen.

Für Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau sieht der Film aus, "wie ein Amateurfilm aussehen würde, den ein Millionär über sich selber dreht - und alle Rollen außer der eigenen mit Stars besetzt". Bushido spielt sich selbst und sei "schlechter als Elvis bei seinem ersten Dreh. Er ist schlechter als Elvis im Kindergarten". Aber "was für ein Spaß muss das sein, sein Leben als Eichingerfilm auf der Leinwand zu sehen. Und nicht erst, wenn man tot ist. Wie dieser Hitler".

Hannah Pilarczyk von Spiegel Online fand den Film "strunzlangweilig". Die Geschichte nehme "zu keinem Zeitpunkt Fahrt auf, die Dialoge grenzen an eine Parodie", die Ästhetik sei die "von Fernsehfilmen aus den frühen Neunzigern" - "'Sendung mit der Maus' goes Problemkiez".

Auch für Sebastian Handke vom Tagesspiegel ist der Film von "durchschlagender Langeweile": "Da ist kein Wille, keine Wut, kein Scheitern und nicht mal Verrat", man sehe "Albumblätter aus dem Poesieheft eines Gernegangsters: bieder, zäh, ungelenk und falsch". Zeiten ändern dich sei "kein Film", sondern "das Aussteigerprogramm eines Provokateurs, der es zu Wohlstand gebracht hat und nun sein altes Image entsorgen will".

Jens-Christian Rabe von der Süddeutsche Zeitung sah ein "neunzigminütiges Lehrstück in Sachen Auto-Pädagogik". Dass sich der bayerische Ministerpräsident beim letzten Deutschen Filmball gerne mit dem Rapper filmen ließ, das dürfe nach diesem Film "wirklich niemanden mehr wundern".

"In „Zeiten ändern dich“ stimmt nichts", stellt Harald Peters von der Welt trocken fest. Die Dramaturgie "ist zum Haareraufen", und überhaupt sei der Film "so facettenreich missraten, dass einem davon ganz schwindelig wird".

"Das ist so langweilig!", stöhnt Doris Akrap von der taz. Bushido sei "harm- und witzlos". Ein guter Regisseur hätte "aus seinem Zerfallsprozess vom Provo-Rapper zum pädagogisch wertvollen Künstler mindestens ein 'Deconstructing Bushido' gemacht, der alle Bestandteile der Inszenierung des Künstlers zeigt".

Julia Encke von der FAZ glaubt, am Ende dieses Films der "totalen Affirmation" sei "wirklich jeder mit Bushido versöhnt". Eichinger hätte vielleicht "einfach einen Konzert- und Musikfilm machen und einem dafür die ganzen Macho-Quatsch-Lektionen ersparen sollen, die der Film so furchtbar ernst nimmt". "Sei krass, fleißig, frauenfeindlich, dann kannst auch du ein deutscher Spießer werden" - das sei die "Aufstiegsweisheit", die der Film verkaufe.

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