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Aktualisiert am 21.04.2008

Filmkritik:

Chiko

Chiko

Deutschland 2007 R: Özgür Yildirim D: Denis Moschitto, Volkan Özcan, Moritz Bleibtreu, Fahri Ogün Yardim, Reyhan Sahin, Lilay Huser, Philipp Baltus, Hans Löw 92 Min. Filmwebsite
Chiko will ganz nach oben. Gemeinsam mit seinem besten Freund Tibet will er sich als Drogendealer Einfluss und Reichtum verschaffen. Ein Weg, der nur über den Big Boss Brownie führt. Mit Mut und Schlagfertigkeit verschafft sich Chiko dessen Aufmerksamkeit, und schon bald bekommen er und Tibet ihre Chance.

Jörg Gerle vom Filmdienst zieht ein eingeschränkt positives Fazit: "Derartige Milieuzeichnungen, wie sie Özgür Yildirim in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm entwirft, sind so neu nicht. Von Fatih Akins Kurz und schmerzlos, der auch hier am Projekt mitproduzierte, bis zum einen oder anderen 'Tatort'-Krimi wurde das Sujet oft variiert und durch allerlei Mafiosi-Rüstzeug aus dem jungen 'wilden Hollywood' aufgepeppt. Von daher ist, authentische Kiez-Schilderung hin oder her, Chiko nicht herausragend. Auf der anderen Seite sind deutsche Genregeschichten im Kino derart rar, dass man einfach froh sein muss, wenn es mal nicht nur um tiefsinnig-tragische Dramen in Berliner Schule-Ästhetik geht. Yildirim ist im Spiel mit Zitaten so stilsicher, dass Chiko zuallererst ein Film ist, den man gerne anschaut. Zudem gelingt es mit teils unverbrauchten, teils originell gegen den Strich besetzten, durchweg guten Darstellern, dass die Handlung trotz aller zelebrierten Plattitüden nahe geht."

Peter Körte von der FAZ lobt den Film: " Chiko hat Biss. Er ist hart und schnörkellos inszeniert, klar und simpel gebaut". Er sehe "nicht spektakulär aus" und besitze diese "etwas monotone Fernsehästhetik mit ihrem Dauerfeuer aus Schüssen und Gegenschüssen und viel zu wenig Weite", dafür komme er "sofort zur Sache, er wird nicht sentimental, er meidet die Fallen des fernsehproduzierten Sozialdramas, und wenn man auch vorsichtig sein sollte mit der Behauptung, etwas wirke realitätsnah, wenn man in diesem Milieu nicht zu Hause ist, dann kommt es einem doch so vor".

epd Film, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel, taz, Welt, Spiegel Online(Auswertung folgt)

Der Tagesspiegel bringt einen dpa-Artikel über den Film.

Der Filmdienst hat ein Interview mit Özgür Yildirim geführt.

Chiko lief 2008 im Panorama der Berlinale.
Andreas Borcholte (Spiegel Online) nennt Chiko ein "kleines Gangsterfilm-Glanzlicht des deutschen Films". In Yildirims Film sei von übertriebenem Respekt vor den Ikonen des Gangsterfilms "kaum etwas zu spüren, was dem Film bei aller Schwere des Themas eine angenehme Direktheit verleiht". Beeindruckend sei "die Schnörkellosigkeit, mit der der junge Filmemacher erzählt, wie authentisch seine Figuren sind und wie wunderbar immun er gegen die bei deutschen Regisseuren grassierenden Hang zur Sozialpädagogik ist. Hinzu kommen hinreißende Leistungen des Schauspieler-Ensembles".
Auch Julian Hanich vom Tagesspiegel zeigt sich beeindruckt von Yildirims Film: "In diesen anderthalb Stunden steckt soviel Härte und Vitalität, dass man danach erstmal tief durchatmen muss. Das deutsche Kino – das nicht nur erstaunlich prüde ist, sondern oft auch große Scheu vor Gewalt zeigt – schlägt hier einen Ton an, der weh tut."

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