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Aktualisiert am 13.07.2007

Filmkritik:

Clerks 2 - Die Abhänger

Clerks 2 - Die Abhänger

USA 2006 R: Kevin Smith D: Brian O'Halloran, Jeff Anderson, Rosario Dawson, Trevor Fehrman, Jennifer Schwalbach, Jason Mewes, Kevin Smith, Jason Lee, Wanda Sykes, Kevin Weisman 97 Min Filmwebsite
Randal Graves und Dante Hicks, die aus Clerks - Die Ladenhüter bekannten Freunde, sind zurück. Das kleine Geschäft, in dem die beiden seit Jahren arbeiten, wird Opfer eines Brandes. Schnell finden sie Arbeit in einem Fast-Food-Restaurant. Dante jedoch will mit seiner Verlobten eine Autowaschanlage in Florida eröffnen. Randal will diese überambitionierten Pläne seines Freundes verhindern.

Andreas Borcholte von Spiegel Online erlebte "quälend lange 90 Minuten" mit "viel zu viele Zoten über Sexpraktiken und rassistische Rhetorik"; viel mehr als "halbwegs gewitzte Dialoge an der Ladentheke" inklusive derselben Charaktere wie in Clerks seien Regissuer Kevin Smith nicht eingefallen. Die "schiere Einfalt, das vollkommen Redundante dieser Fortsetzung" sei es, was Clerks 2 zu einem "bestürzenden Kino-Erlebnis" mache. Man fühle sich heute von dem einst witzigen Konzept "so peinlich berührt, als hätte man einen guten alten Kumpel dabei erwischt, wie er mit knapp Vierzig noch am Daumen und lutscht und sich dabei wahnsinnig lässig vorkommt". Aus Smith, dem "Hoffnungsträger des amerikanischen Independent-Kinos," sei nicht viel geworden.

Bert Rebhandl von der taz gefiel der Film besser. Dieses Sequel komme vielleicht "ein wenig unvermutet", es entwickele seinen Charme aber gerade daraus, dass es sich "um einen in jeder Hinsicht deplatzierten Film handelt". Es werde "strikt an der Low-Budget-Ästhetik von damals" festgehalten, diese wirke heute aber "aufgesetzt", was zu einer "surrealen Stimmung" führe. Insgesamt sei der Film "lustig, kann aber die Mühe nicht verhehlen, die es macht, einen überraschenden Kultfilm in der Fortsetzung noch zu übertreffen".

Michael Kohler von der Frankfurter Rundschau ,eint, hier werde "gegen den Stachel des politisch Korrekten gelöckt, dass es eine Freude ist". Der "einnehmende Vorteil von Smiths Widerspruchsgeist" liege darin, dass er "nie böswillig wird und gerade für das Abseitige Verständnis und ein Augenzwinkern mitbringt". Über den Regisseur lesen wir: "Hinter dem frechen Sprücheklopfer Kevin Smith, man weiß es längst, steckt ein durch und durch romantischer Kerl"., aus dem wohl kein "virtuoser Filmemacher" mehr werde, doch könne das "zusehends verzagte amerikanische Independentkino heute wie vor dreizehn Jahren von ihm lernen, dass Unabhängigkeit vor allem eine Geisteshaltung ist".

Marion Meier von der Welt bemerkt, die Geschichte drohe in einem "Moralinsumpf" zu vérsinken, aber das Drehbuch steuere mit "witzigen Dialogen" und "überraschenden Einfällen" dagegen. Trotzdem werde schnell klar, dass "Überraschendes von diesem Duo nicht mehr zu erwarten ist".

Anke Sterneborg von der Süddeutschen Zeitung schreibt: "Dreizehn Jahre nach seinem Debüt, das schnell zum Kult erklärt worden war, schaut Kevin Smith also noch mal bei seinen Kumpels rein, und genau so sieht das dann auch der Zuschauer - als würde er gute Freunde nach langer Zeit wiedersehen".

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