Filmkritik:
Egoïste - Lotti Latrous
D/CH 2007 R: Stephan Anspichler 92 Min. Filmwebsite
Was Lotti Latrous, Schweizerin des Jahres 2004, innerhalb der letzten neun Jahre mit ihrem Sterbehospiz für Aidskranke in der Elfenbeinküste geschaffen hat, basiert auf zahlreichen ernsthaften und schwerwiegenden Entscheidungen für ihr Leben. Die Mutter von drei Kindern, die ein erfülltes Familienleben führte, begann kritisch ihren eigenen Lebensweg zu hinterfragen, der für lange Zeit vom Überfluss und von luxuriösen Inhalten geprägt war. Lotti Latrous nennt sich selbst "die größte Egoistin der Welt", aufgrund der gesellschaftlichen Beurteilungen mit denen sie konfrontiert wurde, aber auch wegen der Vielzahl an moralischen Konflikten.
Hans Messias ( Filmdienst) schreibt, der Film versuche nicht "formal neue Wege zu beschreiten, sondern beschreibt den Alltag seiner Protagonistin mit den klassischen Mitteln". Dennoch gehe er stellenweise "unter die Haut". Der Film konfrontiere "mit einer kompromisslos aufopfernden Frau und lässt die Zuschauer die eigene Haltung zum Leben überdenken. Ein gerüttelt Maß an Nächstenliebe bedarf es nicht nur im recht fernen Afrika, sondern ist auch ganz in unserer jeweiligen Nähe von Nöten."
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