Filmkritik:
Zwei Brüder
(Two Brothers / Deux Frères) F/G 2004 R: Jean-Jacques Annaud D: Guy Pearce, Jean-Claude Dreyfus, Freddie Highmore Filmwebsite
Den zwei Tigerbrüdern, Sangha und Kumal, die als Babys gefangengenommen wurden, gelingt endlich als sie ausgewachsen sind, gemeinsam die Rückkehr in die Freiheit.
"15 Jahre nach dem Erfolg von Der Bär bringt Jean-Jacques Annaud, der Naturexperte unter den Filmregisseuren, wieder eine anrührende Geschichte im dokumentarisch gefärbten Segment des Tierfilms auf die Leinwand", schreibt Blickpunkt:Film.
Sascha Koebner vom Filmdienst bemängelt zwar die eher plakativ gezeichneten menschlichen Figuren, die "den Ansprüchen eines erwachsenen Publikums nur wenig gerecht" würden. Trotzdem trübe dies nicht das Vergnügen, das der Film bereite. "Die Tiger wirken in ihrer Emotionalität humaner als die Menschen. (...) Freude, Trauer, Ärger und Angst lassen sich aus den Handlungen und Augen der Tiere lesen." Diese Vermenschlichung der Tiger mache Zwei Brüder "endgültig zum Kinderfilm, der faires Miteinander von Mensch und Tier, Familienleben und Mitgefühl propagiert. (...) Auch wenn der Film damit gegen seine Leitidee, Tiere frei leben zu lassen, durch Inszenierung und Fotografie verstößt, schmälert dies kaum das beeindruckende Kinoerlebnis."
Matthias Heine von der Welt findet, es "vollkommen blödsinnig, sich hier über Klischees aufzuregen. Denn Filme mit animalischen Hauptdarstellern funktionieren ausschließlich mit Klischees, weil nur unsere Klischees uns glauben lassen, im Gesichtsausdruck eines Tieres könnten wir irgendeine menschliche Emotion wieder erkennen." Allerdings würden hier die beiden Tiger weniger vermenschlicht als vielmehr "verkatert". Denn die ganze Darstellung ziele darauf ab, "sie dem weltweiten Millionenheer der Katzenfreunde als große, lustige Schmusekater nahe zu bringen, die wahrscheinlich sogar Wiskas kaufen würden, wenn man sie nur ließe".
Harald Peters von der taz ist verblüfft wie es Annaud fertigbringt, "seine menschlichen Darsteller unnachahmlich hölzern in Szene zu setzen, während die insgesamt 30 Tiger, die Kumal und Sangha in ihren unterschiedlichen Lebensphasen spielen, völlig glaubwürdig agieren". Aber alles in allem sei ihm "ein schöner Erwachsenenfilm für Kinder und ein schöner Kinderfilm für Erwachsene gelungen".
Sascha Westphal bedauert in der Frankfurter Rundschau, dass sich Annaud nicht auf die Tiger beschränkt hat, sondern auch noch eine Geschichte der französischen Kolonien erzählen wollte. "Mit seinen sensationellen (Nah-)Aufnahmen" hätte der Film sonst "eine der faszinierendsten Tierdokumentationen der letzten Jahre" werden können.
In einer zweiten Kritik in der Frankfurter Rundschau meint Birgit Roschy, dass Annaud "trotz der vielen Verzweigungen (...) eine gut ausgearbeitete, bis zum Schluss spannende Geschichte" erzähle.
Christoph Egger von der NZZ beleuchtet ausführlich die Produktionsbedingungen des Films. Des weiteren lobt er Annauds Kunst, "ein Mainstreamkino zu schaffen, das deshalb nicht auf Engagement, Intelligenz und Witz zu verzichten braucht".
Martin Schwickert vom Tagesspiegel gefiel, dass Annaud in diesem "tränenreichen Familiendrama" viel Zeit darauf verwende, die "unergründlichen Raubtiergesichter zu erforschen", denn diese "kontemplativen Momente" seien "weitaus spannender als die Story, die die Stereotypen der Disney-Filme bedingungslos nachahmt".
Die Frankfurter Rundschau und die taz haben sich mit Jean-Jacques Annaud unterhalten.
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Englisch
• Bildformat: 16:9, 2.35:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 101 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 11. April 2005
• Produktion: 2004
DVD Features:
• Making Of
• Fotogalerie
• Trailer
Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem
Cinema-Kinotimer



























