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Aktualisiert am 20.03.2006
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Filmkritik:

Alexander

Alexander

USA/GB/D/NL 2004 R: Oliver Stone D: Colin Farrell, Angelina Jolie, Val Kilmer, Anthony Hopkins, Rosario Dawson, Jared Leto, Christopher Plummer Filmwebsite
Oliver Stone Film über das Leben des makedonischen Eroberers dauert drei Stunden. Und denoch mußte natürlich vieles weggelassen werden, berichtet Blickpunkt:Film. Dem Kritiker hat der Film mit Ausnahme der Musik sehr gut gefallen. Fast salbungsvoll schreibt er : "Am Ende, nach knapp drei Stunden, hat man vieles, wenn auch längst nicht alles aus diesem großen Leben gesehen, aber die Triebfedern dieser Persönlichkeit verstanden. Und das ist für Alexander, der nie eine Schlacht verlor, ein Sieg."
Rüdiger Suchsland ( Filmdienst) sah Licht und Schatten. Vor allem die Erzählperspektive - der greise Ptolemäus erzählt die Geschichte 40 Jahre nach Alexanders Tod - sei problematisch und auch "visuell überzeugt Alexander nur zum Teil. Zu sauber und klar sind die Bilder, zu albern und kitschig ist das Set-Design, zu bombastisch die Musik, zu kühl und studioartig der Ton. Atmosphärisch stimmt der Film von Anfang an nicht." Gefallen haben ihm aber nicht nur die beiden Schlachten des Films, auch für die Konflikte mit den Eltern und für Alexanders Rolle als politischer Visionär und Charismatiker finde Stone überzeugende Bilder und Szenen. Von Rüdiger Suchsland finden Sie auch eine Kritik in der Frankfurter Rundschau.
Kerstin Decker vom Tagesspiegel fand den Film unglaublich langweilig. Nur der ersten der beiden Schlachtszenen konnte sie etwas abgewinnen, bei der zweiten hatte sie schon "jeden Schlachtenernst verloren", wobei "Humor in Alexander grundsätzlich unfreiwilliger Natur ist." Das Frauenbild hat ihr nicht gefallen, wie die Perser charakterisiert werden auch nicht ... machen wir es kurz: gar nichts.
Andreas Kilb von der FAZ schreibt, man sehe dem Film die 180 Millionen Dollar, die er gekostet hat, bei Produktionsdesign und den Kostümen durchaus an, aber "leider nicht viel mehr." Auch ihm ging die Erzählperspektive (und das damit einhergehende Geplauder von Anthony Hopkins) auf die Nerven. Auch passe Colin Farrell "eher in einen Herrenfriseursalon in Ephesos als auf die Schlachtfelder Vorderasiens". Aber den größten Fehler sah er in dem Versuch die Motivation für Alexanders Tun in einem ödipalen Verhältnis zu seinen Eltern zu suchen: "Das klingt gut auf dem Papier, ist aber so unhistorisch wie die Fönfrisur von Colin Farrell. (...) Und auch Stone scheint an seine Ödipus-Theorie nicht recht zu glauben, denn er schleppt sie auf dem Asienzug seines Helden nur wie ein ungeliebtes, übergewichtiges Gepäckstück mit". Allerdings hat Kilb auch einige Szenen entdeckt, "die an Oliver Stones besondere Begabung erinnern".
Tobias Kniebe von der Süddeutschen Zeitung nennt dies Stones "persönlichsten Film", weil er die Zerrissenheit des Regisseurs zwischen dem amerikanischen zielstrbigen Vater und der "wunderschönen französischen Mutter" ziemlich "ungefiltert" auf Alexander übertrage. "Ein faszinierendes Spektakel, ganz gewiss, und auf keinen Fall ein banaler Misserfolg – aber angesichts der Millionen, die hier verbraten, und der erzählerischen Naturgewalten, die beschworen wurden, am Ende doch eine enorme Niederlage."
Hanns-Georg Rodek von der Welt glaubt dagegen, das Problem liege darin, dass Stone hier erstmals keine "klare Wahrheit zu präsentieren weiß.(...) Alexander hat keine große politische Idee hinterlassen (...) und so drückt ihm Stone aktuelle Begrifflichkeiten wie den des ersten Globalisierers und Kulturintegrators auf. Das ist ein riskantes Unterfangen, weil sich die Koordinaten der Wertesysteme nach 2300 Jahren völlig verschoben haben". Außerdem habe die Figur des Alexanders keine "Fallhöhe. (...) Er bleibt immer der Königssohn, an der Spitze seiner Truppen, rede- und schlachtengewandt und unbesiegt bis zum Schluß. "
Jan Diestelmeyer von der taz schreibt, der Film sei ein Beleg für den Abstieg von Oliver Stone. Er sei nicht mehr "Hollywoods Regiestar", selbst "Wolfgang Petersen - Hollywoods ostfriesischer Handwerker" - wage es, ihn des Plagiats zu bezichtigen und auch die Mittel für den Film kämen vornehmlich aus Deutschland. Einerseits sei der Film gescheitert, den er bestehe "fast zu gleichen Teilen aus losen Enden, kruden Klischees, interessanten Andeutungen, spektakulären Massenszenen und Holzhammerpsychologie." Doch andererseits sei der Film voll "von den Erwartungen, die sich aus dem zeitgenössischen Blick auf diesen Star der Geschichte ergeben. Ihnen, nicht Alexander, können wir in diesem symptomatisch zerrissenen Film begegnen."
Laut Jens Jessen von der Zeit ist vor allem die Mutlosigkeit von Oliver Stone das Problem: "Es ist, als habe der berühmt verrückte Regisseur sich diesmal ein Taschentuch in den Mund gestopft, um allzu heftige Beißreflexe zu unterbinden und den ehrwürdigen Alexander-Stoff unzermalmt ans Publikum weiterzugeben. Wir, die Stone-Fans, hätten den Stoff aber lieber zermalmt serviert bekommen, als gepfeffertes oder mit halluzinogenen Drogen versetztes Teufelsbreichen."
Auch Andreas Maurer von der NZZ gefiel der FIlm nicht: "Über weite Strecken trottet Alexander dahin wie seine müden indischen Kriegselefanten. Ungeachtet der unfreiwilligen Lacher".

Daniel Kothenschulte erklärt uns in der Frankfurter Rundschau, warum Oliver Stones Alexander gescheitert ist.
Der Spiegel porträtiert den deutschen Alexander-Produzenten Thomas Schühly.
Der britische Historiker Robin Lane Fox, Autor einer Biographie Alexander des Großen, durfte bei diesem Filmprojekt mitreiten. In der Welt am Sonntag sind die unvergleichlichen Erlebnisse dieses Edelkomparsen nachzulesen.
Oliver Stone sprach mit der Süddeutschen Zeitung, Angelina Jolie mit der FAZ und der Süddeutschen Zeitung.

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Premium Edition, 2 DVDs

Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound
• Anzahl der DVD's 2
• Laufzeit: 169 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 25. Mai 2005
• Produktion: 2004

DVD Features:
• Director's Commentary
• Fight Against Time: Oliver Stones Alexander
• Generic Cast Interviews
• Trailer, Film-Clips, Featurette
• Making Of, Behind the Scenes, TV-Spots etc.

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