Filmkritik:
Heimatklänge
(Heimatklänge - vom Juchzen und andern Gesängen) CH/D 2007 R: Stefan Schwietert D: Erika Stucky, Noldi Alder, Christian Zehnder 81 Min. Filmwebsite
Was hat Babygeschrei mit dem Echo eines Jodlers im Gebirge gemeinsam, was der Kopfton eines tuvinischen Nomaden mit der Bühnenshow eines Vokalartisten? Die Antwort lautet: die Stimme. Auf dem Hintergrund trutziger Alp- und moderner Stadtlandschaften dringt der Film in die wundersamen Stimmwelten von drei exzeptionellen Schweizer Stimm-Artisten ein. Ihr Klangkosmos reicht weit über das hinaus, was wir als Gesang bezeichnen würden.
Für Horst Peter Koll vom Filmdienst ist Heimatklänge "weit mehr als eine klassische Dokumentation, nämlich fast schon ein philosophisches Traktat". Der Film sei einerseits "überbordend reich an spannenden, wissenswerten Informationen", andererseits erweitere er sich zu einer "Utopie der Freiheit und des Freiseins".
Silvia Hallensleben vom Tagesspiegel schreibt: "Schwietert, der sich ähnlich frei in seinem Medium bewegt wie die Musiker in dem ihren, lässt immer wieder auch Trauer und Verlustängste anklingen. Ein geglückter Film, der nicht unbedingt glücklich macht. Großstädter fühlen sich bald ziemlich kläglich unter Menschen, die so zärtliche Begriffe wie Zäuerli, Hujen oder Jutzen kennen für das, was sie schnöde Jodeln nennen."
Alfred Zimmerlin von der NZZ gefiel der Film: die Auseinandersetzungen mit den äusseren und inneren Landschaften fängt die Kamera in "mächtig komponierten Bildern" ein, und die Porträts der drei Musiker "vermischen sich zu einem Ganzen" und werden zu einer "stimmungsvollen und auch berührenden Auseinandersetzung mit dem, was 'Heimatklänge' sein könnten".
Wilfried Hippen von der taz meint, Stefan Schwietert gelinge es wieder, eine "weithin unbekannte Musikwelt vorzustellen und zugleich die Künstler auf der Leinwand lebendig werden zu lassen".
Der Filmdienst hat Stefan Schwietert interviewt. Auch die NZZ hat mit dem Filmemacher gesprochen.
Heimatklänge wurde im Forum der Berlinale 2007 gezeigt.
Der Tagesspiegel hat drei "kunstvoll miteinander verwobene Porträts über drei außerordentliche Sänger vor dem Hintergrund der Schweizer Heimat" gesehen, die "sehr sehenswert" seien.
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