Filmkritik:
Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers
(The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor ) D/Kanada/USA 2008 R: Rob Cohen D: Brendan Fraser, Maria Bello, Jet Li, John Hannah, Russell Wong, Liam Cunningham 112 Min. Filmwebsite
Einige Jahre sind vergangen, der Zweite Weltkrieg ist gerade vorüber und eine letzte Mission für die britische Regierung führt das Archäologen-Ehepaar Rick und Evelyn O'Connell nach Shanghai und mitten hinein in eine politische Verschwörung, während zur gleichen Zeit ihr mittlerweile erwachsener Sohn Alex bei Ausgrabungen ebenfalls in China auf das Grab des Drachenkaisers stößt. Und schwupp gibt es eine neue Mumie, die Böses im Schilde führt..
Sascha Koebner ( Filmdienst) schimpft, der Film sei "reine Geld- und Zeitverschwendung. (...) Die humorvollen Dialoge und der nostalgisch beschworene Charme von 1950er-Jahre-B-Movies, die die ersten Teile der Mumie prägten, gehen in diesem neuen Film in einer Fülle von Einfällen unter, die zwar auf dem Papier nicht schlecht wirken, die sich aber nie in einen auch nur halbwegs stimmigen Plot fügen". Zudem sei die Regie "schlicht unsäglich: Laut und aufdringlich, stets von einem kakophonischen Musikteppich begleitet, wurde der Film ohne jedes Verständnis für Rhythmus und Spannungsaufbau so schnell geschnitten, dass die Lust, dem Leinwandgeschehen zu folgen, rasch verfliegt." Brandon Fraser wirke so "unglücklich, als würde er bereuen, nicht wie seine ehemalige Filmpartnerin Rachel Weisz auf das Mitwirken in diesem Film verzichtet zu haben."
Susan Vahabzadeh ( Süddeutsche Zeitung) schreibt, schon die beiden ersten Filme lebten von einer "Großzügigkeit in Qualitätsfragen", der dritte Teil gehe da noch etwas weiter. Das meiste sei "lieblos hingehudelt. (...) Die Computeranimationen sind nicht besser als irgendwo sonst, die Kampfszenen sind nur so lala; und die geballte Frauenpower, die Mama O'Connell, die Hexe und ihre Tochter, die den tönernen Kaiser bewacht, entwickeln könnten, verpufft im Nichts." Ganz lustig fand sie die Familiengeschichte, die "netten Yetis" und "ein Bataillon ermordeter Soldaten, Opfer des Drachenkaisers, die sich erheben und einander die Fürsorge um die losen, toten Knochen angedeihen lassen, die man allen Filmfiguren seitens ihres Regisseurs gewünscht hätte."
Sascha Westphal ( Welt) lobt den Film dagegen für seine prima Gesinnung. Den asiatischen Helfern kommt die eigentliche Schlüsselrolle im Kampf Gut gegen Böse zu: "Cohen bricht hier also endlich einmal mit der rassistischen Grundtendenz des noch ganz von den Werten und Vorstellungen der Kolonialzeit geprägten Abenteuergenres. Dazu passt auch, dass Michelle Yeoh, Isabella Leong und Jet Li ihren westlichen Co-Stars regelrecht die Schau stellen. Im Vergleich zu ihnen wirken Brendan Fraser und Luke Ford geradezu hölzern." Und auch der "anarchistische Grundton" hat ihm gefallen. Die Schurken wollen in China Ordnung schaffen, doch die basiere "alleine auf Ausbeutung und Terror, Tod und Unterdrückung. Und das sollte man ruhig als Rob Cohens Kommentar zu aktuellen Strömungen im amerikanischen Kino verstehen."
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