Die Filmstarts vom 12. September 2002
  Signs - Zeichen
  Ernst sein ist alles
  Like Father
  Verrückt nach Paris
  Wie die Karnickel
  Vienna
  Weit weg - Loin

A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z 0-9

Durchsuchen Sie unsere Website:

Aktualisiert am 20.05.2005
DVD Infos
DVD bei amazon bestellen

Filmkritik:

Verrückt nach Paris

D 2001 R: Eike Besuden, Pago Balke D: Paula Kleine, Frank Grabski, Wolfgang Göttsch
Drei Behinderte, Hilde, Philip und Karl, die während eines Ausflugs aus ihrem Pflegeheim in Bremen ausbüchsen begeben sich gemeinsam auf die Reise nach Paris. In Form eines Roadmovie-Abenteuers erzählt, gelänge Eike Besuden und Pago Balke durchaus ungewöhnliche Betrachtungen über Menschen am Rand der Gesellschaft, schreibt Blickpunkt:Film. Verrückt nach Paris sei ein "engagiertes Sozialdrama, das die Probleme Behinderter in der deutschen Gesellschaft durchaus unterhaltsam und spannend aufgreift, ohne allerdings sein Anliegen aus den Augen zu lassen."
Oliver Rahayel vom Filmdienst hat "eine hübsche, charmante Geschichte" gesehen, "behutsam und humorvoll" sei das schwierige Thema angegangen worden: "Vordergründig geht es um die Emanzipation der Helden gegenüber den starren Vorgaben der Anstaltsleitung, aber die Handlung impliziert auch die heikle Frage, ob Behinderte in der Außenwelt zurecht kommen können oder auf das Heim angewiesen sind. (...) Für einen wirklich überzeugenden Film reicht dies freilich dennoch nicht. Was die Figuren letztlich bewegt, wird (...) kaum je deutlich. (...) Dadurch stehen gleichsam die Charaktere hinter der Behinderung zurück. Wenn schon die Beweggründe der Road-Movie-Helden schwammig sind, kann das Road Movie insgesamt kaum besser werden." Die Filmemacher haben es sich zu leicht gemacht, meint Rahayel, darüber hinaus bemängelt er inszenatorische Schwächen insbesondere bei der Führung der auffallend zahlreichen Profischauspieler.
Antje Schmelcher ( Welt) dagegen fand den Film gelungen: Die drei Hauptdarsteller entfalteten auf ihrer Reise "so viel Charme und Geschick, wie man es im Kino zuletzt nur von Ottfried Fischer und Karl Markovic in Nikolaus Leytners Komödie Drei Herren gesehen hat. Dort stranden drei Insassen einer psychiatrischen Klinik in einem Dorf, dessen Bewohner kaum weniger verrückt zu sein scheinen, als sie selbst. In Verrückt nach Paris haben die Regisseure Eike Besuden und Pago Balke dagegen Schauspieler mit einer wirklichen Behinderung spielen lassen. Sie setzen sich mühelos über die Regeln der Betroffenheit hinweg, weil sie wissen, dass nur Lachen dagegen hilft."
Christina Tilmann schreibt im Tagesspiegel: "Verrückt nach Paris war einer der Geheimtipps der Berlinale. Weil er mit seinem schwierigen Thema so wunderbar leichthändig umgeht. Weil er ein Märchen erzählt, das alle gerne glauben möchten: davon, wie schwarz und weiß, behindert oder nicht, großmütig oder kleingeistig, miteinander auskommen. Und weil er mit Paula Kleine, Frank Grabski und Wolfgang Göttsch ein energisch-komisches 'Trio Infernale' ins Zentrum stellt. Da muss sogar Dominique Horwitz als Betreuer zurückstecken."
Martina Knoben meint in der Süddeutschen Zeitung, dass dieser Film zwar schwungvoll beginne, ihm dann aber irgendwie die Puste ausgehe. "Die Zwischenfälle wirken mühsam herbeiphantasiert, und auf ihrer Reise begegnen ihnen Figuren wie aus einem Kinderfilm. Eine Skaterbande spielt den Part der Bösewichte, alle anderen sind eher nett." Allerdings sei den drei Hauptdarstellern ihre Theatererfahrung im 'Blaumeier-Atelier', einem Bremer Theaterprojekt für Behinderte anzumerken, "sie schafft Gelassenheit, steigert die Präsenz. So bringen die drei Leben und Witz in eine eher hölzerne Geschichte."

DVD bei amazon bestellen

Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Französisch (Dolby Digital 2.0)
• Untertitel: Deutsch
• Bildformat: 4:3, 16:9
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 91 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 11. August 2003
• Produktion: 2001

DVD Features:
• Making Of
• Best of Regiekommentar
• Kurzfilm: 100% (plus Making Of)
• Kinotrailer; Premiere auf der Berlinale
• Dokumentation: Wenn der Teufel in die Kirche kommt... Goethes Faust - ein irres Spektakel

Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem Cinema-Kinotimer